GUTE BÜCHER - STARKE TEXTE

JUNGE AUTOREN UND IHRE DEBÜTS

NEWs

01/30/21

Neuerscheinung 2021

Volk der Freien

10 Illustrationen von Michael Blümel

10 Erzählungen von Bernd Marcel Gonner

ISBN 978-3-931140-29-8

Killroy media, 2021

Killroy 10 + 1 stories

112 Seiten

09/16/17

Neuerscheinungen 2020

01/30/21

Ankündigung Herbst 2021

Re-belln – eine Novelle von Bernd Marcel Gonner

 

Braunsiel – Zugezogen – eine Dorfgeschichte von Frank Salewski

 

neue Reihe KILLROY artbook No. 1

Poems from around the world  von Veso Portarsky / Collagen von Jonathan Meese

01/30/21

Live or Not 2021

Ausstellung im Literaturhaus Stuttgart 2021 Social Beat & Beat: ein literarischer Urknall | Freitag, 22.01.21 - Freitag, 16.04.21 | Literaturhaus Stuttgart

 

 

Der Waran

Ein grauenhaftes Familienbild und KZ-Lager-Szenario.


 

„Wollen Sie das Buch kaufen? Es ist schrecklich“, sagte….Und so ist es auch mit diesem Werk. Einfach schrecklich!

Schrecklich gut!

 

Es geht um den tödlichen Biss des Warans, der zu Beginn des Romans die alte Mutter ist. Sie ist die personifizierte Vernichtung, tötet zwei ihrer Töchter und vererbt diesen Tötungswillen an die dritte Tochter R. Deren Sohn Ran wird später der Rächer. Der brutale Bestseller Autor A. wird der Ehemann von R. und gemeinsam feiern die beiden ihre Vereinigung mit der Tötung ihrer Tochter, die noch in der Wiege liegt. S. 172: Nichts mehr würde sich zwischen sie stellen. …Zum ersten Male hatte A. die Freiheit erlebt, als er Flüchtlinge erschossen hatte…

 

Der Autor A. hat dem blutrünstigen, berüchtigten SS-Lagerarzt Dr. Jos, der einen Waran und einen Gehilfen aus den Sümpfen beschäftigt und mit Menschen füttert, ein Opfer versprochen. Und dieses Opfer soll nun sein Stiefsohn Ran sein. Dieser findet jedoch Kraft sich zu widersetzen durch den Willen seine ermordete kleine Schwester zu rächen und durch die Ruhe am wilden, ungepflegten Friedhof der armen im Lager getöteten Seelen.

 

Die vielen Schrecklichkeiten, z.B. die Tötung eigener Kinder, die brutalen Vorgänge in den Zellen und Folterkammern des Kriegslagers sind dermaßen sprachlich untermauert, dass man die Grässlichkeiten nicht um des Schauerns willen liest, sondern weiß, dass es um das Begreifen geht. Das Begreifen, dass es wirklich Menschen gab oder gibt, die eine Welt gestalten und erschaffen wollen, die jede Vorstellungskraft sprengte. Zitat S. 150: Das Ziel war eine vollkommene Plastik des Bösen, die alle Elemente der Grausamkeiten zu einem Ganzen zusammenführte.

 

Also Folter und Tod nicht aus Blutrüstigkeit, sondern als Gestaltungswillen und Parallele zur Kunst an und für sich: Zitat S. 150 ff: Am liebsten hätte A. seine Bücher mit dem Blut seiner Opfer geschrieben. Seine Feder in die offenen Wunden getaucht….

Hervorragend!

 

Eva Riebler-Übleis

 

etcetera, österreichische Literaturzeitschrift, Sankt Pölten

Juni 2016, ISSN 1682-9115

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